Warum wir Napoleon das Jodsalz verdanken

Als Napoleon im Krieg gegen Russland die Holzkohle für das Schwarzpulver ausging, griff man auf Algen zurück. Denn davon hatten die Strände von Bretagne und Normandie reichlich zu bieten.

Die Algen wurden getrocknet und verbrannt, um daraus die Grundstoffe für die Munition zu gewinnen. Als der französische Salpetersieder Bernard Courtois mit der Pottasche aus Algen experimentierte, machte er eine Entdeckung:

Er versetzte die Pottasche mit Schwefelsäure und bemerkte dabei einen violetten Dunst, der sich als feiner, kristalliner Belag im Kessel festgesetzt hatte. Erstaunt zog er den Chemiker Guy-Lussac hinzu. Der identifizierte ein bis dato unbekanntes Element und nannte es Jod nach dem griechischen “ioeides” (violett).

Was ist Jod?

Jod ist ein lebensnotwendiges, essenzielles Spurenelement. Es wird also vom Körper nicht selbst hergestellt und muss deshalb regelmäßig mit der Nahrung aufgenommen werden.

Jod oder Iod ist an Wachstumsprozessen ebenso beteiligt wie an der Entwicklung des Nervensystems und des Gehirns. Es wirkt antioxidativ, antiseptisch, alkalisierend und ist regulierend an der Zellteilung beteiligt.

Seit dem 19. Jahrhundert findet Jod als Lösung häufige Anwendung als Hausmittel bei unterschiedlichen Beschwerden und zum Reinigen von Wunden.

Dieses Element sorgte weiter für Überraschungen

1895 machte Jod erneut Furore. Der deutsche Chemiker Baumann fand es erstmals in der Schilddrüse. Heute ist bekannt: Das Jod aus der Nahrung dient zur körpereigenen Produktion der Schilddrüsenhormone Thyroxin und Trijodthyronin.

Auf diese Weise steuert Jod mittels der Schilddrüse und deren Hormone den Stoffwechsel und das Herz-Kreislauf-System. Jod wird aber auch in den Brustdrüsen, Nebennieren, im Magen-Darm-Trakt, in den Speicheldrüsen und in Prostata und Eierstöcken benötigt. Die ausreichende Jodversorgung ist also essenziell für die Gesundheit und Funktionsfähigkeit unseres Organismus.

Warum wir jodiertes Speisesalz haben

In Europa kommt Jod nur geringfügig im Trinkwasser und in der Nahrung vor. Denn die Böden enthalten wenig Jod. Vermutlich weil in der Eiszeit die jodhaltige Humusschicht fortgespült wurde. Anders als beispielsweise in Japan oder China, wo sehr viel Jod aufgenommen wird. Unter anderem durch den traditionell regelmäßigen Verzehr jodreicher Algen.

Etwa 40 % der Deutschen haben Jodmangel. Jodmangel ist aber gesundheitsschädlich. Deshalb gibt es seit 1984 die Empfehlung, Jodsalz in Nahrungs- und Futtermitteln einzusetzen, um die Bevölkerung ausreichend mit Jod zu versorgen. Das Jod dafür liefert das größte Jodabbau-Unternehmen weltweit aus Chile. Leider kommen seit den 90er-Jahren immer weniger Hersteller dieser Empfehlung nach.

Wie sich Jodmangel und Jodüberschuss auswirken und wie man sich optimal mit Jod versorgt, verrät unser Gesundheitstipp des Monats.

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